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Musikinstrumente

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Musikinstrumente

Die Musikinstrumente werden in vier Gruppen eingeteilt:
1. selbsttönend: Instrumente, die ihren Klang aus dem Material bekommen, aus dem sie hergestellt sind.
2. luftklingend: Blasinstrumente
3. membrantönend: Instrumente mit Membran, Schlaginstrumente
4. saitentönend: Saiteninstrumente


Selbsttönende Instrumente

Ziliar/ Schellen
Es handelt sich um 2 runde Scheiben (Zimbeln), meistens aus Bronze mit einem Loch in der Mitte. Der Ton entsteht, wenn sie gegeneinander geschlagen werden.

Triangel
Sie ist gewöhnlich aus Eisen. Der Ton entsteht beim Anschlagen mit einem eisernen Schlegel.

Masa
Sie besteht aus einem Körper, an deren Rand Zimbeln angebracht sind. Die Masa wie auch die Triangel begleiten die kleinen Kinder bei den Weihnachtsliedern in einigen Regionen Griechenlands.

Löffel
Sie werden gewöhnlich aus Hartholz hergestellt und sind Begleitinstrumente beim Tanzen, hauptsächlich in Kleinasien (Kappadokien). Die Tänzer schlagen sie im Rhythmus.

Glocken
Diese treffen wir hauptsächlich im Epirus. Sie werden von den Schäfern als „Ausrüstung" der Herden oder bei verschiedenen Bräuchen benutzt, wie beim Karneval, wo die Verkleideten sie an ihre Körper hängen und mit ihren Klängen die Tänze und Lieder begleiten (Rogatsaria, Arapides, Karneval von Skiros, Socho (Makedonien), Agiasou (Mytilini) u.a.).


Lufttönende/ Blasinstrumente

Hirtenflöte - Suravli - Mandura
Hirtenflöte oder Flöte
Es gibt drei Arten von Flöten. Der Klang und Tonumfang
hängen ab vom:
- Material, aus dem sie hergestellt sind,
- Der Länge des Rohrs,
- Dem Durchmesser (Dicke),
- Der Anzahl der Töne, die sie hervorbringt.
Die Hirtenflöte hat sechs Löcher oder sechs Löcher vorne und eins hinten für den Daumen. Sie wird hergestellt aus Schilfrohr, Bronze oder Eisen, Knochen und hat verschiedene Namen wie z. B. Kalami (Rohr), Darvira, Tsiradhi, Tsamara.
Suravli
Sie wird aus Rohr hergestellt. Es ist ein zylindrisches Rohr mit einem Schnabel (Mundstück), welches an dem Teil angebracht ist, in das der Spieler bläst. Auch sie hat sechs Löcher vorne und eins hinten wie die Hirtenflöte und verschiedene Namen entsprechend der Region z. B. Thiaboli, Pidkiavli. Auf einigen Inseln spielen zwei Suravli zusammen. Auf Zypern spielen sie mit zwei Suravli im Stil der byzantinischen Musik.

Mandura
Sie erzeugt Töne mit Klöppeln/Zünglein (?). Normalerweise hat sie 4 oder 5 Löcher.


Dudelsäcke (Gaida - Tsambouna)
Gaida
Sie ist eine Art Dudelsack und besteht aus:
- dem Schlauch, gewöhnlich aus Leder von Ziegen oder Schafen,
- dem Blasebalg (Fisari oder Fisero), einem Mundstück, in das der Gaidaspieler bläst und den Sack mit Luft füllt,
- dem Gaidanitza, einer Flöte mit 8 Löchern (7 vorne, eins hinten) oder mit 7 Löchern (6 vorne, eins hinten),
- der Buri, einer längeren Flöte ohne Löcher, welche einen immer gleichen Ton hervorbringt.
Die Gaida ist in Makedonien und Thrakien verbreitet.

Tsambouna
Auf den Inseln finden wir eine andere Art des Dudelsacks, die Tsambouna. Sie besteht aus dem Schlauch und dem Blasebalg (Fisitari oder Fisari) wie bei der Gaida, unterscheidet sich aber bei der Flöte. Die Tsambouna hat zwei Flöten aus Rohr mit 5 Löchern. Die Flöten sind verbunden und enden in einem Trichter, meistens aus Horn. Je nach Region hat sie unterschiedliche Namen wie z. B. Askotsambouna, Dudelsack, Klotsotsambouno, Tulum. Der Dudelsack der Pontier ähnelt der Tsambouna und heißt Angion (Gefäß) oder Tulum-Zurna.


Zurna (eine Art Oboe)
Es gibt Zurna in verschiedenen Größen mit einer Länge von 22 bis 60 cm. In Makedonien, Thrakien, West Rumelien, und Mytilini heißt sie Zurna, im übrigen Griechenland heißt sie Karamuza oder Pipizar (quietschen, piepsen). Die Zurna hat 7 Löcher vorne und eins hinten für den Daumen. Die Zurna ähnelt der Klarinette sehr, hat einen kraftvollen und durchdringenden Ton und wird aus Hartholz hergestellt. Sie besteht aus drei Teilen:
- der Hauptzurna: zylindrisches Rohr, das in einem Trichter endet, der Glocke (Kambana),
- dem Klefti: einem Mundstück, das in der Zurna steckt,
- der Tsambouna: einem doppelten Zünglein aus Rohr aus dem der Ton ertönt.
Die Dauli begleitet meistens die Zurna.

Klarinette
Die Klarinette gehört nicht zu den alten traditionellen Instrumenten, sondern tauchte Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Sie nimmt den 1. Platz unter den melodischen Instrumenten in Griechenland ein. Sie wurde von den Musikern so gut angenommen und in die griechischen Volkslieder und Tänze so sehr eingegliedert, dass sie heute als nationales Musikinstrument angesehen wird. Früher stellten die Musiker ihre Klarinette selbst her, die mehr der Zurna ähnelte. Die Klarinette wird aus Holz, meist Ebenholz hergestellt. Sie ist rohrförmig mit einer Öffnung am Ende und mit einem Mundstück aus Rohr an der Spitze. Sie ist ca. 60 cm lang.


Membrantönend - Schlagwerkzeuge

Dauli
Sie ist in erster Linie ein Rhythmusinstrument. Sie besteht aus einem hölzernen Zylinder, deren beiden Böden mit Leder bespannt ist. Der Ton entsteht durch das Schlagen, welches auf dem einen Boden mit einem dickeren Holzschlegel, dem Dauliholz und auf der anderen Seite mit einem dünneren Holz, der Rute geschieht. Die Dauli begleitet die Zurna, Gaida oder Lyra. Je nach Region hat sie auch verschiedene Namen wie Tumbano, Davuli, Argano.

Defi (Daires) - Tamburin
Sie begleitet Lieder und Tänze zusammen mit anderen Instrumenten wie die Klarinette, die Violine oder die Laute. Es ist ein Rhythmusinstrument, das normalerweise mit der linken Hand gehalten wird und mit der rechten geschlagen wird. Am Rahmen der meisten Tamburine sind Schellen angebracht, die mit jedem Schlag auf dem Fell einen metallischen Ton abgeben. Auf Zypern begleitet ein sehr großes Tamburin, das Tambutsa genannt wird, die Musikinstrumente.

Tumbe(r)leki
Die Tumbeleki ist krugförmig. Eine Öffnung ist mit einer Haut bezogen. Sie wird mit den Fingern beider Hände gespielt. Der Spieler hält sie entweder unter der Achsel oder zwischen den Beinen, falls er sitzt. Der Körper der Tumbeleki kann entweder aus Metall oder Ton sein. In einigen Regionen wird sie auch Trambuka oder Tarabuka genannt. Wir finden sie hauptsächlich in Nordgriechenland und in der östlichen Ägäis. Auf einigen Inseln wie z. B. Naxos finden wir eine kleine Tumbeleki, die Tumbi genannt wird.


Saitentönend- Streichinstrumente

Lyra
Die kretische Lyra wird aus einem einzigen Stück Holz (Ölbaum, Lorbeerbaum, Maulbeerbaum) hergestellt. Sie besteht aus dem Schallkörper und dem Kapaki. Sie ist birnenförmig, mit drei Saiten und wird mit einem Bogen gespielt, auf dem Pferdehaar gespannt ist. Die kleinere Art heißt Lyraki, während die größere Vrontolyra genannt wird. Neben der kretischen Lyra wird sie auch von den Dodekanern und den Pontiern benutzt. Die pontische Lyra hat einen langen, ovalen Schallkörper und heißt Kementse, während die Lyra der Kappadokier Kemanes genannt wird.

Laute
Die Laute ist ein Begleitinstrument und besteht aus einem großen Schallkörper (skafi =Schüssel, Trog) und einem langen Arm. Sie weißt Elemente der Oud auf (großer Schallkörper) und der Tambura (langer Arm) auf. Sie hat vier Doppelsaiten und wird mit einem Plektron gespielt. In einigen Regionen wird sie durch die Lautengitarre ersetzt.

 

Oud
Die Oud ähnelt der Laute in der Form des Schallkörpers (birnenförmig), hat aber einen kürzeren und breiteren Arm mit fünf Doppelsaiten. Sie wird vor allem als das Instrument der Byzantinischen Musik bezeichnet und wurde von den Flüchtlingen nach der kleinasiatischen Katastrophe 1922 nach Griechenland gebracht. Heute scheint sie zu verschwinden.

Santuri
Die Santuri ist ein sehr melodisches Instrument. Sie hat die eigenartige Form eines Trapezes. Sie besteht aus einem Schallkörper, auf dessen Oberfläche Saiten gespannt sind. Sie wird mit zwei dünnen Stöckchen (Schlegeln) gespielt, welche mit Baumwolle, Stoff oder Leder umwickelt sind, damit sie weichere Töne hervorbringen. Wie die Oud wurde sie von den Flüchtlingen 1922 nach Griechenland gebracht. Gleichzeitig kamen auch gute Santurispieler und Instrumentenbauer. Die Santuri wurde schnell wegen ihrer künstlerischen und ausdrucksvollen Fähigkeiten eines der unerlässlichen Instrumente der Musikgruppen.

Kanonaki
Das Kanonaki ähnelt der Santuri, ist aber kleiner und ist trapezförmig mit einer senkrechten Seite. Der Ton entsteht durch das Picken der Saiten mit zwei Stöcken (Plektra), die an die zwei Zeigefinger mit Metallklappen befestigt werden. Im Mittelalter war das Kanonaki unter dem Namen Psaltiri bekannt. Ab wann genau der Name Kanonaki den alten ersetzte, ist nicht bekannt.

Violine
Die Violine ist ein Saiteninstrument mit 4 Saiten, das mit einem Bogen gespielt wird. Ihr Ursprung ist europäisch. Im 16. Jahrhundert tauchte sie in Griechenland auf und assimilierte sich so gut in die Musik, dass sie zu einem der Hauptinstrumente sowohl auf dem Festland (Klarinette, Violine, Laute, Defi) als auch auf den Inseln (Violine, Laute, Santuri) wurde. In vielen Regionen wie z. B. auf einigen Inseln löste sie die Lyra ab, weil sie einen süßeren Ton hervorbringt und größere Darstellungsmöglichkeiten einer Melodie hat.

Tambura
Das Tambura finden wir im Altertum unter dem Namen Panduro oder Trichordo (=3 Saiten). Es hat einen kleinen birnenförmigen Schallkörper und einen langen, dünnen Arm. Bei bestimmten Tamburas ist der lange Arm nach hinten abgeknickt.