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Dodekanissa

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Dodekanissa

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/86/Nomos_Dodekanisou.png/566px-Nomos_Dodekanisou.png

Die musikalische Tradition der Dodekanes ist ein der reichsten Griechenlands. Es ist eine Tradition, die auf den Inseln selbst entstand mit ihrer eigenen Lebensart und den gemeinsamen Problemen der Einwohner. Trotzdem muss man einige Eigenheiten unterscheiden, die ihre Ursachen hatte in der unterschiedlichen Herkunft der Bevölkerung, in der geografischen Lage und dem Umgang einiger Regionen untereinander, in den Berufen der Einwohner und einigen Zufällen z. B. die Anwesenheit bedeutender Musiker und Lehrer, die den musikalischen Weg der Region beeinflussten. Es ist nicht selten, dass auf einer kleinen Insel zwei benachbarte Dörfer viele unterschiedliche Lieder haben.
Die hauptsächlichen Instrumente auf allen Inseln waren die Lyra, die Tsambouna und die Laute. Die dodekanische Lyra war von kleiner Größe wie die aus Konstantinopel und hatte drei, selten vier Saiten. Heutzutage ist sie von den meisten Inseln verschwunden und nur auf Karpathos und Kassos ist sie noch zu finden. Ein Grund für den Umschwung ist der Einfluss Kleinasiens auf die meisten Inseln. Die Verbreitung der Lieder aus Smyrna hatte sehr viel früher als die kleinasiatische Katastrophe begonnen, entweder durch Seeleute, die viel öfter nach Smyrna als nach Piräus fuhren, oder durch Lehrer, Sänger oder Wissen¬schaftler, die hauptsächlich aus Konstantinopel oder Smyrna kamen. So gibt es nicht wenige Fälle, in denen begnadete Musiklehrer das musikalische Leben ihrer Insel organisierten, so dass langsam auch mit Hilfe der Flüchtlinge, die sich später dazugesellten, ein neuer eigener Stil entstand, demzufolge sich viele kleinasiatische Lieder dem Rhythmus der Insel anpassten und ihren Weg in verschiedene traditionelle Feiern (Heirat, Dorffest usw.) fanden. Einige berühmte Musiker reisten von Insel zu Insel und verbreiteten den neuen Stil. So begannen die gleichen Lieder gleichzeitig auf vielen Inseln aufzutauchen. Und auch das Auftauchen des Grammophons half dabei. Eine andere Konsequenz war die fortschreitende Ausbreitung der Violine zu Lasten der herkömmlichen dodekanischen Lyra. Die Laute übernahm eine andere Aufgabe und wurde Begleitinstrument. Ein neues Instrument wurde den dodekanischen Musikgruppen hinzugefügt, die Santuri, die schnell beliebt wurde und viele würdige Spieler fand. Durch die Fähigkeit der Violine einen größeren Tonumfang als die Lyra zu spielen, fügten die Musiker neue Teile in die alten Tänze und komponierten neue oder importierten sie einfach von der gegenüberliegenden Küste Kleinasiens. Ein anderer gegensätzlicher Pol war der Einfluss von Kreta, das enge Verbindungen mit einigen der Inseln (Kassos, Karpathos) hatte. Schließlich fügten die Musiker auch gerne zu ihrem Repertoire für Hochzeiten usw. Melodien aus Amorgos, Naxos, Ikaria oder dem Festland hinzu. Diese beeinflussten den Stil überhaupt nicht und wurden als ausländische Tänze, wie auch einige europäische Tänze, z. B. der Walzer einfach nur zur Abwechslung gespielt.
Einige mehrstrophige Balladen überlebten, da sie traditionell bei Hochzeiten gesungen wurden. Andere wurden leider vergessen. Heute werden nur noch Melodien mit Zweizeilern (Couplets) gehört. Die sich reimenden Couplets scheinen die Frucht einer allgemeinen kulturellen Entwicklung zu sein, die durch den Umgang der Griechen mit den Römern während der Kreuzzüge und der darauf folgenden Besetzung durch die Franken und Venezianer begann. Bis zu dieser Zeit waren die Poeten der akritischen Epen und der Paralogien getreue Anhänger des Geistes Homers, interessiert am Erhalt der Metrik und der Prosodie. Die reimenden Endungen der Verse von Petrarca scheinen den Poeten gefallen zu haben und sie betonten die Wiederholbarkeit der musikalischen Phrasen mehr. So brauchten sie nicht lange, bis sie die Kunst der Couplets entwickelten, die schnell alle Inselbewohner zu einem solchen Grad gewann, dass es oft ein Feld des Wettbewerbs und Zurschaustellung von Einfallsreichtum und Gewandtheit der „Reimer", aber auch der einfachen Leute wurde.
Auch heute noch finden sich einige Anhänger, leider meist alte Leute, die sich in ihrem täglichen Leben ausschließlich in Mantinaden verständigen. (Ellines Akrites: Patmos, Kalimnos, Leros, Kos, Astipalea)