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Kalymnos

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 Kalymnos  

Die Insel Kalymnos war während der Antike von den Kariern, später von den Doriern bewohnt. Sie war Mitglied der Athener Allianz, gehörte den Ptolemäern, darauf folgten nacheinander die Römer, Byzantiner, Venezier, Johanniter, Türken und Italiener. Heute hat Kalymnos 15.000 Einwohner. Zu ihr gehören auch die wunderschönen kleineren Inseln Telendos und Pserimos mit einigen wenigen Einwohnern.Auf Kalymnos wurden Dutzende akritische Lieder, Paralogien, Verse und mehrstrophige Liebeslieder aufgezeichnet. Trotzdem werden die wenigsten noch gesungen und bei Feiern gibt es ausschließlich Couplets, die sich an die traditionellen Melodien angepasst haben. Diese Melodien erhalten ihren Namen entweder von dem Musiker, der sie zuerst gesungen hat oder vom Tsakisma /Refrain oder vom Anlass, bei dem sie gesungen wurden.
Ein besonderes charakteristisches Thema auf das sich die Verse von Kalymnos beziehen, sind die Schwammtaucher, der gefährliche und auch sehr weit verbreitete Beruf, den die Leute ausüben mussten, da die Erwerbsmöglichkeiten der Insel begrenzt waren. Viele Taucher wurden gelähmt. Die Inselgemeinschaft, um mit diesen zu sympathisieren, schuf einen örtlichen Tanz, den Michanikos, bei dem der Vortänzer die Bewegungen eines Gelähmten nachahmt. Eine rührende Angewohnheit der Frauen von Kalymnos war, dass sie während sie die Handmühle drehten, „Guten Tag-Lieder" für ihre Ehemänner und Verlobten sangen, die zum Schwammtauchen weggefahren waren.
Auf der anderen Seite schufen die Landwirte und Viehzüchter eine spezielle Art von Couplets, die „Voskaruistika" (Hirtenlieder), die zur Tsambouna meistens nach der Melodie „a la rutza" gesungen wurden. Bei Festen waren auch die „Pismatika" (trotzig) üblich. Couplets, die sich die „Versmacher" ausdenken, während sie tanzten, und sie können die Neckverse für Stunden austauschen, ohne die Grenzen des Anstands und des spontanen gutgemeinten Spaßes zu überschreiten, was das Fest beenden würde.
Auf Kalymnos wird hauptsächlich der Issos und der Susta getanzt. Üblich sind auch der Sirtos, der Kalamatianos (Argitikos, Luluka, Thymariotikos), der Zervodhexos, der Kritikos (Pentozalis) u.a. Schließlich gibt es den Arapis und den Baindiri, die nachahmende Faschingstänze sind.
Kalymnos ist sehr bekannt für seine Schwammtaucher. Sie verbindet ihre Sehnsüchte und ihren Kummer mit den Fahrten der Seeleute, die aufs weite Meer aufgebrochen sind, um Schätze aus dem Meer zurückzubringen. Sowohl die Abreise als auch die Rückkehr der Schwammtaucher bilden Anlässe für Äußerungen der Freude, der Konzentration und der Erwartung. Aus dieser Atmosphäre heraus, bildete sich auch die Form der Tanzrhythmen der Insel.
Auf Kalymnos wird der Kiklios Tanz meist auf Hochzeiten getanzt mit den Violinenspielern und den „Ausgebern/ Spendern, die dem Brostilatis, der den Tanz anführt, Wein ausgeben. Der Tanz wird von spöttischen Liedern begleitet, die hier „Vouskarouistika" genannt werden. Andere Tänze sind die Susta, der Issios, der Sirtos und der örtliche Tanz Michanikos, der durch die Lebensbedingungen der Insel entstand und der auch gesungen wird. Dieser Tanz wurde erschaffen durch die Taucher, durch die Zeit, in der sie begannen den Taucheranzug zu benutzen und oft Lähmungen durch den Wasserdruck erlitten. Er symbolisiert den gelähmten Taucher, der versucht zu tanzen, hinfällt, versucht aufzustehen und darauf besteht, den Tanz fortzuführen, den er so oft tanzte als er noch gesund war. Das Lied, das ihn begleitet, ist melancholisch und drückt den Schmerz des Menschen in seiner Schwäche aus, sich zu freuen und sie singend wiederzugeben.

 

Info und Videos zu den Tänze

  Issios                                                                                 

Der Issos (oder Kalimnikos) ist ein langsamer und imposanter Kreistanz, der von Männer und Frauen getanzt wird. Er ist auf allen Inseln des Dodekanes verbreitet, aber die Schritte und Drehungen sind auf jeder Insel anders. Es scheint, dass mit dem Ersetzen des Hauptinstruments Lyra durch die Violine, die Tänze mit anderen musikalischen Phrasen hauptsächlich in hohen Tonlagen (Nisirika) angereichert wurden, welche für das neue Instrument sehr geeignet waren. Dieser Wechsel fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Jorgos Makrijannis oder Aspromallis (= Weißhaariger) statt, der unter dem Namen Nissiros, seiner Heimatinsel bekannt wurde.
Wenn der Issos auf dem Dudelsack gespielt wird, unterscheidet er sich in der Geschwindigkeit und den musikalischen Phrasen (Tsambunistos). Der Susta oder Kritikos folgt immer dem Issos. Er ist lebendig und man findet ihn auch unter den Namen Kritikos, Stumbistos (sehr schnell), Tripfiiti (gesprungen) und Tsambunistos, wenn er vom Dudelsack begleitet wird.

   

  

 

Kalamatianos                                                                               

Er gehört zur Kategorie der „Sirtos-Tänze" und ist im 7/8 Takt.
   
  


Thymariotikos oder Chimariotikos                                                                                   

 Der zweite Name bezieht sich auf das Lied „Eine Brünette gab mir keinen Kuss", welches meistens instrumental bis zum Ende des Couplets gespielt wird. Diese Melodie gehört zum Berati, der auch Chimariotikos genannt wird. Er ist im langsamen 7/8-Takt und wird am Anfang als Sirtos, aber nach links getanzt und bei der Drehung nach rechts mit den Schritten des Kalamatianos fortgesetzt.
   
  


Kato Choros (Griechisch)                                                                                                

 
   
  


Michanikos  (Griechisch)                                                                                                 

 
   
  


Nifiatikos (Griechisch)                                                                                          

 
   
  

 

Roditikos  (Griechisch)                                                                                                

 
   
  


Sousta (Griechisch)                                                                                                 

Der Susta oder Kritikos folgt immer dem Issos.
Im offenen Kreis von Männern und Frauen, vermischt und über Kreuz angefasst, getanzt (heute auch eingehakt).Er ist lebendig und man findet ihn auch unter den Namen Kritikos, Stumbisti (sehr schnell), Tripfiiti (gesprungen) und Tsambunisti (wenn er vom Dudelsack begleitet wird). Der Erste und der Zweite tanzen ihn mit intensiverem Federn, während die restlichen Tänzer mit ruhigeren Schritten folgen. Der Erste kann auch in intensiven Momenten seine Geschicklichkeit mit Variationen, meist Hocken, Drehungen, Schlagen der Füße usw. vorführen.

   
  


Syrtos  (Griechisch)                                                                                                 

Syrtós
Ein Syrtos in der charakteristischen federnden Art der ägäischen Inseln, im offenen Kreis von Männern und Frauen zu allen Anlässen, getanzt. Der Erste macht wieder Variationen, wie Drehungen, Schlagen der Füße usw.